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Sich fügen heißt lügen

In Gedenken an Klaus D. Fischer


mp3-link fischer-in_memoriam.mp3, Veranstaltungsaudio als mp3 [96:04 Min, 44 MB]
mp4-link cava.wmv, Video: Cava Medan Duo - A Lotus on Irish Streams [03:22 Min, 12 MB]

Die Schwabinger Krawalle im Juni 1963 waren die Vorläufer der Münchner 68er Bewegung, die im Gegensatz zu Frankfurt und Berlin durch keine schweren Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht gekennzeichnet war. Denn die Polizeiführung hatte nach 1963 ihre Strategie geändert - die berühmte Münchner Linie (siehe dazu unsere Veranstaltung vom 2. Mai 2005).

Als jedoch am 11. April 1968 der Studentenführer Rudi Dutschke angeschossen und schwer verletzt, kam es auch in München zu Massendemonstrationen ('Osterunruhen') gegen die BILD Zeitung. Sie hatte monatelang gegen Rudi Dutschke gehetzt. Ostermontag kam es zu einer Blockade vor dem Buchgewerbehaus in der Schellingstrasse.

Bei diesem Versuch, die Auslieferung der BILD Zeitung zu verhindern, starben zwei Menschen: Der Pressefotograf Klaus Frings durch einen Pflasterstein und der Student Rüdiger Schreck durch einen Schuss. Vom der Geschichtsschreibung sind diese beiden Toten vergessen worden - wie so viele in Bayern. Beide Seiten haben durch Gewalt Schuld auf sich geladen. In der Folge kam es zu einer Radikalisierung und Spaltung in solche, die Gewalt als Mittel der Politik ablehnten und andere, die Gewalt als legitimes Mittel befürworten. Damit war die 68er Bewegung am Ende. Die einen traten den Weg durch die Institutionen an, die anderen verschwanden im Untergrundkampf.

Klaus D. Fischer war damals in München dabei, verschloss sich aber beiden Wegen: unbestechlich und hartnäckig engagierte er sich als Studentenvertreter und Unterstützer von internationalen Solidaritätsprojekten. Wir haben ihn bewundert für sein breites Wissen bezüglich der gesellschaftlichen Bedingungen in fast allen Ländern dieser Welt. Wir haben ihn geliebt wegen seiner feinfühligen und humorvollen Art, mit der er an uns dieses Wissen weitergab. Wir baten ihn, den Club Voltaire im Oktober 2002 zu eröffnen. Wir hatten ihn nach München eingeladen, um über die internationalen Aspekte der 68er Bewegung zu referieren. Klaus D. Fischer starb am 13. April diesen Jahren in Frankfurt. Nun müssen wir ohne ihn auskommen. Wir vermissen ihn schmerzlich! Zeitzeugen, Weggefährten und FreundInnen von Klaus kommen zu Wort. Klaus liebte Jazz und deshalb:

Musikalische Begleitung: Cava Medan Duo, Jazz

Petra Finsterle - Juli 2008

Petra Finsterle - Juli 2008

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