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Bisher sind alle Versuche, die 68-Bewegung zu einem Mythos zu erklären und zur Historie zu machen, gescheitert. «Vergesst 68» ist reine Verdrängung. Was aber wird verdrängt und vor allem, warum? Nach wie vor geht es um jene Themen, die schon damals unsere Gesellschaft in Bewegung brachten. Sie sind bis heute wirksam.
68 ist damit auch zur Metapher für die weiterlebenden Konflikte in dieser Gesellschaft geworden. 68 war ein phantasievoller Aufstand gegen den Stillstand der Zeit. Eine beständige Tabu- und Grenzverletzung. Mit Go-ins, Sit-ins und Teach-ins provozierte diese Bewegung den Stillstand und forderte die Macht heraus. Die Rede war von der «Ausweitung der Kampfzonen». Die Diskussion um Macht, um Gewalt gegen Sachen und nicht gegen Personen, sie fand statt. «Auf welcher Seite der Barrikade stehen wir», das war im bleiernen Herbst 1977 keine akademische Frage mehr. Die 68er Bewegung hat die westdeutsche Gesellschaft politisch, kulturell und psychologisch verändert.
Musikalische Begleitung: Rudi Vietz, Gitarre und Gesang
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