»Jürgen Grässlin fordert von DaimlerChrysler Pressemitteilung zur
DaimlerChrysler-Hauptversammlung am 7. April 2004 in Berlin Anlässlich der
Aktionärsversammlung der DaimlerChrysler AG am heutigen Mittwoch in Berlin appelliert
Rüstungskritiker und Schrempp-Biograph Jürgen Grässlin an die Konzernleitung:
»Beschließen Sie als Sofortmaßnahme den Ausstieg aus der Landminen- und
Atomwaffen-Technologie!« Grässlin,
zugleich Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und einer der Sprecher der Kritischen AktionärInnen
DaimlerChrysler, geht mit der Geschäftspolitik des deutsch-amerikanischen Mischkonzerns
hart ins Gericht: »Die Übernahme der Chrysler Corporation, die Beteiligung an der
Mitsubishi Motors Corporation und das Setzen auf die Rüstungsproduktion bei der EADS
erweisen sich als Desaster ohnegleichen.« Verantwortlich dafür, so Grässlin, sei in
erster Linie Jürgen E. Schrempp, »der größte Kapital- und Arbeitsplatzvernichter der
Daimler-Firmengeschichte.« Die
Beinahe-Pleite des von DaimlerChrysler geführten Konsortiums Toll-Collect ist für den
prominenten Daimler-Kritiker nur ein Symptom für eine grundsätzlich falsch ausgerichtete
Geschäftspolitik und Konzernstruktur. »Statt der tollen Welt-AG haben wir im vergangenen
Geschäftsjahr das Toll-Haus Daimler erleben müssen«, meint der erfolgreiche Buchautor
Grässlin in Anspielung auf die maßgeblich von den Daimler-Managern zu verantwortende
Toll-Collect-Blamage. Weitaus größere Proteste müsse allerdings die Tatsache
hervorrufen, dass DaimlerChrysler über seine 33-prozentige Beteiligung am Luft- und
Raumfahrtkonzern EADS weiterhin an Rüstungsexporten und weltweiter Kriegführung
profitiert. Während
Friedensorganisationen wie die DFG-VK »Schritte zur Abrüstung« als Maßnahmen zur
Kriegsverhinderung verlangen, rüste DaimlerChrysler/EADS in moralisch unverantwortlicher
Weise die Welt auf und forciere den Rüstungswettlauf, so Grässlin. Zu den
Daimler-EADS-Waffen gehören, so der Sprecher des Landesverbandes Baden-Württemberg der
DFG-VK, Alexander Dauensteiner, die von der EADS Lenkflugkörpersysteme GmbH (EADS-LFK)
angebotenen Minenverlegesysteme wie das für den Export bestimmte Autonomus Freeflight
Dispenser System (AFDS). Mit diesem laut LFK preiswerten System (»low cost
system«) - können Submunitionen wie die Minen MIFF und MUSPA sowie das Bomblett MUSA
verschossen werden. MIFF und MUSPA werden von anderen Staaten als Antipersonenminen
klassifiziert, was Italien veranlasst hat, diese Minen zu zerstören. Daneben bietet die
EADS-LFK auch so genannte Verlegesysteme wie das DWS 39 oder Taurus an, die ebenfalls mit
Minen und gegen Personen gerichtete Submunitionen bestückt werden können. Damit nicht
genug: DaimlerChrysler/EADS beteiligt im Rahmen des M-51-Programms an der Herstellung von
neuen französischen Trägerraketen für Atomsprengköpfe und trägt somit zu einem
neuen atomaren Wettrüsten bei. Hauptvorwurf
der Kritischen Aktionäre: Umsatzrenditen von über acht Prozent zählen für Schrempp
mehr als Ethik und Moral. Seit Jahren ignorieren Daimler-Vorstand und -Aufsichtsrat die
Forderungen der Kritischen Aktionäre nach einem Ausstieg aus der Rüstungsproduktion und
dem Rüstungsexport. »Wenn der Konzernschef Jürgen E. Schrempp seiner moralischen und
ethischen Verantwortung gerecht werden will, muss Daimler-Chrysler aus der
Waffenproduktion aussteigen«, meint Technologie-Experte Alexander Dauensteiner und
fordert DaimlerChrysler-Chef Jürgen E. Schrempp auf: »Entrüsten Sie DaimlerChrysler!
Steigen Sie aus der Waffenproduktion aus!« Schrempp
solle dem Vorbild von General Motors folgen, rät DFG-VK-Landesverbandssprecher und
Aktionär Dauensteiner. Der weltgrößte Autohersteller hat sich im März 2003 von seiner
Rüstungssparte GM Defense getrennt. Auch der französische Konzern Lagardère
beabsichtigt seinen Rückzug aus dem Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtkonzern European
Aeronautic Defence and Space Company (EADS). Wolfgang
Menzel (Mitglied im DFG-VK-Bundesvorstand)
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