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Übersicht Jürgen E. Schrempp
Jürgen Grässlin, Autor einer Biographie
des DaimlerChrysler-Chefs Jürgen E. Schrempp und Sprecher beim Dachverband Kritischer
Aktionäre, über die Spitzengehälter der Manager SPIEGEL: Bei der Hauptversammlung von
DaimlerChrysler wollen Sie dem Vorstand die Entlastung verweigern, weil die Chefs zuviel
verdienen. Warum gönnen Sie den Managern das Geld nicht? Grässlin: Schon heute ist Jürgen Schrempp
mit einem Jahressalär von 5,3 Millionen Mark unter deutschen Managern Spitzenreiter. Wenn
DaimlerChrysler jetzt sein flexibles Entlohnungssystem unter anderem mit Aktienoptionen
neu einführt, würde sich sein Einkommen im Durchschnitt noch etwa verdreifachen. Herr
Schrempp, der die Lohnerhöhungen der Metallindustrie von 3,2 Prozent als völlig
überzogen bezeichnet hatte, verliert seine Glaubwürdigkeit vollends, wenn er
gleichzeitig von der Belegschaft Lohnzurückhaltung fordert. SPIEGEL: Die US-Manager bei DaimlerChrysler
verdienen das vier- bis fünffache ihrer deutschen Kollegen. Muß der Konzern die
Bezahlung nicht angleichen? Grässlin: Die amerikanische Entlohnung ist
völlig überzogen und führt zu unglaublichen Profiten einzelner, die teilweise über 100
Millionen Dollar im Jahr erhalten. Man sollte eher das aus allen Fugen geratene
amerikanische Lohnniveau an das deutsche anpassen, schließlich handelt es sich um eine
deutsche AG. SPIEGEL: Müssen Multis ihre Manager nicht
wettbewerbsfähig bezahlen, um die besten Führungskräfte zu bekommen? Grässlin: Es wäre ein Armutszeugnis für
einen Konzern. wenn er gute Führungskräfte nur dank exorbitanter Gehälter bekäme und
nicht, weil er Spitzenprodukte herstellt und optimale Aufstiegschancen bietet. SPIEGEL: Ihr Antrag wird auf der
Hauptversammlung keine Mehrheit finden. Warum stellen Sie ihn dann überhaupt? Grässlin: Wir haben in den letzten Jahren
mit unseren Anträgen im Konzern und in der Öffentlichkeit breite Diskussionen über
wirtschaftliche Fehlsteuerungen angeregt. Und es wird auch diesmal sicher eine Debatte
über die negativen Auswirkungen des Turbo-Kapitalismus geben. Der Spiegel 19/1999, 10.05.1999, S. 77
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