Programmankündigung:
»Tödliche Geschäfte - Waffen aus Deutschland« Ein Film von Peter Ohlendorf Nicht Atombomben, sondern Gewehre sind die wahren Massenvernichtungswaffen der heutigen Zeit: Millionen von Menschen sind in den letzten Jahrzehnten Opfer dieses Serienkillers geworden. Beispiel Sudan: Als Anfang diesen Jahres zwischen dem Regime im Norden und den Rebellen im Süden ein Friedensvertrag ausgehandelt und unterschrieben war, gab es rund zwei Millionen Tote zu beklagen. Und in Darfur geht das Morden des Khartumer Regimes immer noch weiter. An dieser traurigen Bilanz ist auch das deutsche G3 beteiligt. Die Firma Heckler und Koch entwickelte die deutsche Präzisionswaffe im schwäbischen Oberndorf. Von hier aus wurden die Gewehre und Lizenzen zum Nachbau weltweit exportiert, auch auf Initiative der Bundesregierung. Mit der fachlichen und finanziellen Unterstützung durch den Evangelischen Entwicklungsdienst suchen nun Europäische Hilfsorganisationen nach einem Weg, den Teufelskreis der Gewalt im Südsudan zu unterbrechen und die Waffen wieder einzusammeln. Der Film berichtet über das Projekt und versucht herauszufinden, wie das deutsche G3 in den Sudan gelangen konnte: Vorbei an einer Öffentlichkeit, die von solchen Rüstungsexporten so gut wie nichts wusste und die auch erst langsam zu ahnen beginnt, was der Export von Gewehren in Länder wie den Sudan bedeutet. Foto erhältlich unter www.ard-foto.de Redaktion: Johanna Holzhauer - Tel.: 0221/220-3778- Fax: 0221/220-3804 21:42:08 Friday October 28, 2005
Filmaufführung
»Das G3 im Visier - Um 20.00 Uhr wird der Film »Das G3 im Visier. Auf den Spuren einer deutschen Waffe« von Peter Ohlendorf im Kino im Freiburger alten Wiehrebahnhof (Kommunales Kino) gezeigt. Anschließend stehen Jürgen Grässlin (Buchautor) und Stefan Ganter (Cutter) zur Diskussion zur Verfügung. Weitere Infos siehe www.freiburger-medienforum.de/kino/0405/fenster.html
Programmankündigung des Fernsehsenders »Phönix«: Das G3 im Visier - Auf den Spuren einer deutschen Waffe Kleinfeuerwaffen sind der Killer Nummer eins bei kriegerischen Konflikten. Das deutsche Präzisionsgewehr G3 von Heckler und Koch aus Oberndorf spielt dabei immer wieder eine Rolle - obwohl es sich nach den deutschen Exportrichtlinien für Waffen gar nicht in Krisenregionen befinden dürfte. Der Film von Peter Ohlendorf zeigt Beispiele. Eine UN-Konferenz 2001 hat zudem bestätigt, dass die Kleinfeuerwaffen der Hauptgrund für wirtschaftlichen Zerfall und Gewaltherrschaft in vielen Teilen der Welt seien. Beispiel Somaliland am Horn von Afrika: Als sich das inzwischen unabhängige Land vom immer mehr im Chaos versinkenden Somalia lösen wollte, versuchte der damalige Diktator Said Barre die Abspaltung auf grausame Art zu verhindern - u.a. mit Hilfe des G3. Sendetermine Auch in der Türkei kam das G3 gegen eine abtrünnige Region zum Einsatz: Die Kurden wurden damit bekämpft, deren Unterdrückung auch nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzung mit der PKK andauert. Noch heute sind Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Dank seiner NATO-Mitgliedschaft ist die Türkei ganz offiziell im Besitz des G3. Dokumentation von Peter Ohlendorf (2004)
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Für sein Buch über die Folgen deutscher Gewehrexporte und Lizenzvergaben führte Jürgen Grässlin 220 Interviews mit Opfern des Einsatzes von Heckler & Koch-Waffen. Die meisten von ihnen sind bis heute traumatisiert, viele von ihnen verstümmelt. Samiira Jama Elmi erzählte dem Buchautor, wie ihre Mutter erschossen wurde. |
| Über den Film »Das G3 im Visier« (2004) Erstausstrahlung
des Filmes am 8. Dezember 2004 in der Sendereihe »Auslandsreporter«,
Filmankündigung
des Südwestrundfunks (SWR) vom 8. Dezember 2004 Im
Fadenkreuz des G3 - Die weltweiten Spuren Ein Film von
Peter Ohlendorf, Sendung am Mittwoch 8. Dezember 2004 Kleinfeuerwaffen sind mit weitem Abstand vor allem anderen militärischen Gerät der Killer Nummer eins bei kriegerischen Konflikten. Eine UN-Konferenz im Sommer 2001 hat zudem bestätigt, dass diese unscheinbare Waffengattung der Hauptgrund für wirtschaftlichen Zerfall und Gewaltherrschaft in vielen Gegenden der Welt ist. Das deutsche Präzisionsgewehr G3 von Heckler und Koch aus Oberndorf spielt dabei immer wieder eine Rolle, obwohl es sich laut deutschen Exportrichtlinien für Waffen gar nicht in Krisenregionen tummeln dürfte. Beispiel
Somaliland am Horn von Afrika. Als sich das inzwischen unabhängige Land vom immer mehr im
Chaos versinkenden Somalia lösen wollte, versuchte der damalige somalische Diktator Said
Barre die Abspaltung auf grausame Art und Weise zu verhindern - unter anderem mit Hilfe
des G3. Auch in der Türkei kam das G3 gegen eine abtrünnige Region zum Einsatz: Die
Kurden wurden damit bekämpft, deren Unterdrückung auch nach dem Ende der militärischen
Auseinandersetzung mit der PKK andauert. Noch heute sind Menschenrechtsverletzungen an der
Tagesordnung. Doch dank seiner Nato-Mitgliedschaft ist die Türkei ganz offiziell im
Besitz des G3.
»Das G3 im Visier. Auf den Spuren einer deutschen Waffe« Ein
Film von Peter Ohlendorf In der Reihe
»Auslandsreporter« sendet SÜDWEST 3 Fernsehen am Mittwoch, den 8. Dezember 2004, um
21.45 Uhr eine 30-minütige Dokumentation über die Massenvernichtungswaffe G3 und deren
Opfer. Der
Filmemacher Peter Ohlendorf begleitet den Autor Jürgen Grässlin bei seinen Recherchen
zum Buchprojekt »Versteck dich, wenn sie schießen«, das den Opfern deutscher
Rüstungsexporte Stimme und Gesicht gibt. Ausgangspunkt ist eine Demonstration vor dem
Werkstor der Oberndorfer Waffenfirma Heckler & Koch. Mit dem von H&K entwickelten
Schnellfeuergewehr G3 sind bisher mehr als 1,5 Millionen Menschen getötet worden. Die Spuren des
G3 führen uns nach Türkisch-Kurdistan und Somaliland, wo diese so genannten
»Kleinwaffen« massiv zum Einsatz gekommen sind. Gewehre sind Massenvernichtungswaffen,
durch die zwei Drittel aller Kriegsopfer sterben. Im Südosten der Türkei besichtigen wir
kriegszerstörte Dörfer und suchen Familien auf, die vor dem Einsatz des G3-Gewehrs der
türkischen Armee in die Millionenstadt Diyarbakir geflohen sind. Bis heute leben viele
von ihnen unter menschenunwürdigen Umständen und unter der Repression türkischer
Sicherheitskräfte. Auch in
Somaliland sind mehr als ein Jahrzehnt nach Kriegsende die Folgen unübersehbar. Ich
begleite die Somalifrau Samiira zu dem Platz, an dem ihre Mutter mit einem Gewehr
hingerichtet worden ist. Die meisten Opfer der Erschießungen liegen bis heute in
Massengräbern. Beim Somaliländischen Roten Kreuz lerne ich Abdirahman kennen, der sein
Bein durch G3-Beschuss verloren hat. In Somaliland, dem nunmehr friedlichsten Land
Afrikas, sind bis heute vielzählige Menschen verstümmelt oder schwer traumatisiert. Gewehre, wie
das G3, scheinen fern und sind doch ganz nah: In Oberndorf wird inzwischen das
Nachfolgegewehr G36 produziert und eine völlig neue Gewehrgeneration (OICW) entwickelt,
während unsere Kinder und Jugendlichen als Egoshooter in Kriegscomputerspielen bereits
das Töten und Morden mit eben diesen High-Tech-Waffen üben. SÜDWEST 3
gebührt Dank, da sich der Fernsehsender dem bislang weitgehend vernachlässigten Thema
»Kleinwaffen« zuwendet. Rückmeldungen bitte an den Redaktionsleiter
»Auslandsreporter« Richard Klug (richard.klug@swr.de) und den
SWR-Chefredakteur Michael Zeiß (michael.zeiss@swr.de) mailen. DAKS: Wenn Sie mehr über das Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen (DAKS) wissen wollen, wenden Sie sich an ribfr@breisnet-online.de. Weitere Infos erhalten Sie unter www.rib-ev.de/DAKS.
»Tödliche High-Tech. Südwestfernsehen über »Das G3 im Visier« - ein Gewehrtyp der Oberndorfer Firma »Heckler
& Koch« als Massenvernichtungswaffe. »Auslandsreporter« Peter Ohlendorf vom
gleichnamigen Südwest-3-Fernsehmagazin hat den ehemaligen Sulzer Realschullehrer und
Rüstungs-Gegner Jürgen Grässlin (Archivbild) bei seinen Recherchen begleitet Die
halbstündige Reportage am vergangenen Mittwoch begann im Klassenzimmer. In der
Unterrichtseinheit beschäftigten sich Lehrer Jürgen Grässlin und seine Schüler mit
kriegerischen Computer-Spielen. Im Vordergrund des Monitors: eine Gewehrmündung. Mit der
mäht der »Spieler« alle Menschen nieder, die sich ihm In den Weg stellen. Was in Deutschland »gespielt« wird, ist anderswo Realität. Allein
das G3, der Bestseller der Firma »Heckler & Koch«, fordere alle 14 Minuten ein
Todesopfer, sagt Jürgen Grässlin in dem Beitrag - bei einer Protestaktion vor dem
Oberndorfer Werkstor. Waffen, die bei »Heckler & Koch« entwickelt worden sind,
hätten 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet. Wie sich das G3 im Einsatz bewährt, darüber berichteten im
Fernseh-Beitrag beispielsweise türkische Kurden. Die Türkei produziert das G3 in Lizenz
und hat es den Augenzeugen-Berichten zu Folge gegen die kurdische Zivilbevölkerung
eingesetzt. Jürgen Grässlin traf eine Frau, die mit ihren Kindern aus ihrem Heimatdorf
vor den türkischen Soldaten fliehen musste. Der Vater? Gefallen. »Auslandsreporter«
fasste die Situation wie folgt zusammen: »Kinder, die keine Zukunft haben, und eine
Mutter, die allein gelassen wird mit den Folgen eines Krieges.« Von einem »gnadenlosen
Vernichtungsfeldzug« der türkischen Soldaten wird berichtet. Jürgen Grässlin nennt das
G3 »die Killer-Waffe Nummer 1 in Türkisch-Kurdistan«. Die Reise mit Jürgen Grässlin führt den »Auslandsreporter« nach
Somaliland. Ein afrikanisches Land, das sich nach einem Bürgerkrieg von Somalia
abgespalten hat. Polizisten erzählen, dass die Schergen des früheren Diktators Siad
Barre mit dem G3 ausgerüstet gewesen seien - die Somaliländer haben viele der Waffen
erbeutet. Selbst augenscheinliche Zivilisten kennen sich mit den Waffen-Typen aus. Mancher
hat ein G3 unterm Bett. Menschen berichten von »bestialisch wütenden Spezialtruppen« des Ex-Diktators
Barre, die mit Maschinengewehren vom Typ M16, mit Kalaschnikows und eben den Sturmgewehren
G3 ausgerüstet gewesen seien. Eine junge Frau führt Jürgen Grässlin zu der Stelle, an
der ihre Mutter auf der Flucht mit ihren Kindern erschossen wurde. Das Kamera-Team zeigt
Männer, die das Grauen des Krieges nicht verdrängen konnten, Aggressions-Anfälle haben
und mangels psychologischer Hilfe schlicht an Ketten gelegt werden - teilweise in
zentralen Einrichtungen, teilweise zu Hause. Ein einbeiniger Mann schildert, wie ihm mit
einem G3 Gewehr das heute fehlende Bein zerfetzt wurde. Seine Kameraden erbeuteten die
Waffe, er zeigt sie dem Fernseh-Team: ein G3 aus englischer Lizenz-Produktion, wie Jürgen
Grässlin feststellt. Der »Auslandsreporter« geht zurück nach Oberndorf, wo die
Protest-Aktion vor dem Werktor vom Werkschutz und der Polizei beendet wird. Die
Firmenleitung war zu keinem Gespräch mit dem SWR-Team bereit und der Beitrag endet wie er
begonnen hat: im Klassenzimmer - verbunden mit dem Hinweis, dass die Waffe vom Typ G36 der
nächste Exportschlager der Oberndorfer Waffenfirma sein dürfte. Die nächste Waffen-Generation wird von »Heckler & Koch«
zusammen mit anderen Finnen entwickelt - im Computerspiel ist die tödliche Erfindung
schon im Einsatz: das OICW. Die Waffe vereinigt laut einer Söldner-Homepage im Internet
eine »modifizierte Version des HK G36 Sturmgewehrs« und ein »Hochexplosiv-Modul (HE),
das ein halbautomatischer 20-Millimeter-Granatwerfer ist«. Die »effektive Reichweite«
wird mit 1000 Metern angegeben. Die Söldner sind begeistert: »Das Ziel-Suchsystem
besitzt einen lasergestützten Entfernungsmesser, der die genaue Entfernung für die
Explosiv-Projektile ermittelt und an das Zündgebersystem weiterleitet. Die
Splitterwirkung dieser Projektile ist enorm und durchschlägt Personen-Panzerwesten.« Der
Tod - ein Meister aus Oberndorf. pub Südwest Presse vom 13.12.2004 |
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